Merkel hielt die traditionelle Sommerkonferenz ab, die letzte für sie als Kanzlerin. Merkels Merkmal: In der Krise ist sie standhaft, schreibt Katharina Kroll.

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Keine überfüllte Halle, kein Aufruhr und Lachen, wenige Kameras. Die Regeln der Distanz werden strikt eingehalten, viele Fragen kommen aus dem virtuellen Raum. Diese Pressekonferenz, die traditionell wie jeden Sommer stattfindet, unterscheidet sich von den anderen. Wie immer handelt nur eine Person routinemäßig. Angela Merkel. Konzentriert und sachlich präsentiert sie ihre Handlungsstrategie. Und es strahlt Gelassenheit und Sicherheit aus, das Gegenteil der Überraschungen, die die Pandemie mit sich bringt.

Drei Nachrichten der Kanzlerin

Die Pressekonferenz ist für die Kanzlerin die Bühne, die sie braucht, um die Bürger in der Corona-Krise zu überzeugen. Merkel hat drei klare Botschaften: Kinder dürfen in der Krise nicht zu Verlierern werden, die Wirtschaft muss weiter produzieren und die Gesellschaft muss die Einheit bewahren. Dies sind die Themen, die die Bürger im Moment betreffen.

Als Wissenschaftsforscherin begleitet Angela Merkel das Land mit offensichtlichem Selbstvertrauen durch die Pandemie. Verständlicherweise hat die Wiedererlangung der Popularität Merkel gestärkt. Die Werte in Umfragen liegen wieder auf Rekordniveau. Als Krisenmanagerin hat sie Punkte verdient. "Jeder Tag ist es wert", sagte Merkel. Sie will keine Zeit verschwenden und wird in ihrem letzten Regierungsjahr viele Dinge vorantreiben. Die Realität sieht jedoch anders aus: Die vor der Corona-Krise wichtigen Hauptthemen der Zukunft wie Klimawandel und Digitalisierung stehen nicht mehr im Mittelpunkt. Es gibt keine neuen Impulse, aber sie beantwortet alle Fragen sicher und detailliert.

Bleib im Dialog

Auch in der Außenpolitik steht die Präsidentin der EU-Präsidentschaft, Merkel, zu der bekannten Strategie: den Dialog aufrechtzuerhalten. Mit dem harten Partner Russland, den allmächtigen Chinesen und dem Wahlmanipulator in Belarus. Der Versuch, alle Gesprächskanäle aufrechtzuerhalten, obwohl die Einstellungen weit entfernt sein können. Es zeigt die unangenehme Angela Merkel, die auf Lösungen besteht und nach Antworten sucht, die sie oft nicht einmal bekommen.

Am Ende bleibt der Eindruck: Die Kanzlerin weiß, wie man mit Krisen umgeht, aber Corona bleibt eine Superkrise. Und was diese Regierung nicht lösen kann, bleibt eine Aufgabe der nächsten Bundesregierung.